Siegfried Glomb-
Erinnerungen an meine Dienstzeit an der Schule in Dhünn (1955-1992)

1955 ließ ich mich aus München wegen Familienzusammenführung nach Nordrhein- Westfalen versetzen und wurde der „Evangelischen Ostschule Dhünn“ zugewiesen. Dort stand das „Alte Schulhaus“ als alleiniges Gebäude (eingeweiht im Februar 1902) mit nur 3 Klassenräumen für die 8 Schülerjahrgänge. Schulleiter war Hauptlehrer Raßberger. Geheizt wurde mit Kohle; während des Unterrichts übernahmen ältere Schüler das Nachheizen. Da nur 4 Lehrkräfte zur Verfügung standen, wurde Schichtunterricht gegeben. Als Toiletten diente ein Holzhäuschen auf dem hinteren Schulhof, natürlich ohne Wasserspülung. Mir wurde ein kombinierter 5./6. Schülerjahrgang anvertraut. Auf dem Hof herrschte jedoch schon rege Bautätigkeit, und so fand im Jahre 1956 die Einweihung des „Mittelbaues“ mit 2 weiteren Klassenräumen, einem Lehrer- und Lehrmittelzimmer und endlich Toiletten mit Wasserspülung statt! Im gleichen Jahr gründete ich die Jugendmusikschule in Dhünn. Herr Raßberger wechselte ins Ruhrgebiet. Neuer Schulleiter wurde Hauptlehrer Schöttler.
Von 1960 bis 1968 übernahm ich als Hauptlehrer die Evangelische Schule in Heister in Dhünn.
1968 wurde mir im Zuge der im ganzen Lande durchgeführten Schulreform die Leitung und Organisation der nun neugegründeten Gemeinschaftsgrundschule Dhünn übertragen, die ich 24 Jahre bis zu meiner Pensionierung innehatte. 168 Grundschulkinder mussten nun anfänglich von nur 4 Lehrkräften in 2 Schichten betreut werden. Da jedoch die Schülerzahl durch Zuzug vieler Flüchtlingsfamilien aus dem Osten innerhalb weniger Jahre auf 192 Kinder anstieg und wir auch weitere Lehrkräfte zugewiesen bekamen, fehlte es an Unterrichtsräumen. Daher wurde eine Klasse ins alte Pastorat, zwei weitere Klassen in die freigewordene Schule Sonne ausgelagert. Das Schulverwaltungsamt regelte den Schulbusverkehr. Aus dieser Notlage heraus entschloss sich der Gemeinderat zu einem weiteren Erweiterungsbau. Nach monatelangen Beratungen und anschließender Bauzeit konnte im Januar 1977 der „Neubau“ in einer festlichen Feierstunde eingeweiht werden. Er enthielt 3 Klassenräume, Lehrerzimmer und einen Raum für den Schulleiter. Als 1. Schulsekretärin nahm Frau Allendorf ihre Arbeit auf. Hausmeister waren Herr Burghoff, nach seinem Tod übernahm seine Frau diese Arbeit, und ab 1990 wurde Herr Jendryssek in diese Stelle eingewiesen. 1990 organisierte Frau Steinblinck, Leiterin der Grundschule Ost, eine Fahrt aller Wermelskirchener Schulleiter nach Forst/ Neiße. Dort erhielten die Schulen- auch im Rahmen der Städtepartnerschaft- jeweils eine Partnerschule, die wir auch besuchten. Es erfolgten gegenseitige Besuche, die sich jahrelang hielten.- Von den Lehrkräften, die während meiner Arbeitszeit über lange Zeit meine Weggefährten waren, seien vor allem Genannt: Frau Pfeiffer, Frau Pongs, Frau U. Schmidt, Herr H. Schmidt und Herr Kirchberg.
Am 8. Juli 1992 fand meine Verabschiedung aus dem Dienst statt.